Erfahrungsbericht Einzeltraining bei LRS und allg. Lernschwierigkeiten

Erfahrungsbericht Einzeltraining bei LRS und allg. Lernschwierigkeiten

Vor ein paar Tagen habe ich Frau H. und ihre Tochter Hannah wieder getroffen. Hannah hatte gerade den 1. Platz in einer Schwimmprüfung gewonnen. Sie strahlte vor Freude. Noch vor einem Jahr war die Situation eine ganz andere. Hanna kam 4 Wochen zu früh auf die Welt. Nach ungefähr einemdreiviertel Jahr verdichtete sich die sich bei Frau H. der Eindruck, dass sich Hannah nicht so entwickelte, wie es z.B. ihre ältere Tochter in demselben Alter getan hatte. Insbesondere viele Bewegungsabläufe erschienen ihr unharmonisch. Später im Kindergarten mag Hannah einige Kletterspiel nicht, schien unkonzentriert und unmotiviert. Später in der Grundschule erhält Hannah schon sehr früh Förderunterricht und Nachhilfe. Sie spielte zunehmend weniger mit anderen Kindern und wird immer unzufriedener. Natürlich hat Frau H. schon im Säuglingsalter begonnen bei allen üblichen Anlaufstellen für Eltern um Rat zu fragen. Immer wieder wurde sie vertröstet. Kinder würden sich eben unterschiedlich entwickeln, alles sei eben noch im normalen Rahmen. Zur Sicherheit wurden dennoch ein IQ Test und ein EEG durchgeführt. Mit Eintritt dann in die 5 Klasse stand plötzlich das Wort Sonderschulverfahren im Raum. So lernten wir Hannah und ihre Mutter kennen.

Nach einem ausführlichen Gespräch empfahlen wir Frau H. eine besonders spezialisierte Arztpraxis aufzusuchen, die auf eine mögliche Blockierung in der Halswirbel-und Lendenwirbelsäule untersuchen.
Tatsächlich erhärtete sich dort der Verdacht. Hannah war ein sogenanntes „Sternenguckerkind“. Nachdem die Blockierung behoben war (schmerzfrei und unspektakulär) haben wir bei Hannah den Prüfablauf nach der Warnke ® Methode durchgeführt.
Hierbei stellten wir erwartungsgemäß fest, das Automatisierungsdefizite in der zentralen Hör-und Sehverarbeitung, in der Intermodalkopplung und der Tiefensensibilität fest. Nun wussten wir wo wir anfangen mussten und stellten Hannahs Trainingsprogramm zusammen.

Ein Training des inneren Gleichgewichtes, der zentralen Hör-und Sehverarbeitung, ein Training der Hemispärenkoordination mittels motorischen Übungen aus dem SIM Programm und dem Lateraltrainer. Hannah und ihre Familie waren sehr motiviert und auch zu Hause wurden die mitgegebenen Übungen regelmäßig und wie vereinbart durchgeführt. Nach ca. 10 Monaten waren bereits deutliche Veränderungen im Verhalten und im Selbstbewusstsein von Hannah zu beobachten. Auch der Lehrerin fielen die positiven Veränderungen auf. Hannah integrierte sich immer mehr in der Klasse und ihre mündliche Beteiligung wurde immer reger. Nachdem die ersten Automatisierungsdefizite sich positiv verändert haben, wurde noch ein QEEG erstellt und ein speziell angepasste Bio-und Neurofeedback durchgeführt.

Hiernach zeigten sich auch deutliche Verbesserungen der schriftlichen Fähigkeiten. Als Hannah dann eines Tages äußerte:“ Ich glaube, jetzt schaffe ich es alleine“, wussten wir, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, das Training zu beenden.